Förder-Kompass GPT - Intelligente Navigationshilfe aus dem GPT Explorer für gezielte Fördermittel-Suche

Basler Standortpaket Innovation: Förderbeiträge auf F&E-Personal, Abschreibungen und klinische Studien

Kanton Basel-Stadt · in Kraft seit 30. Juni 2025 · Stand 8. Oktober 2026

Basler Standortpaket, Förderbereich Innovation: 25 % auf F&E-Personalaufwand, Abschreibungen und klinische Studien

Basel-Stadt speist jährlich 150 bis 500 Mio. CHF in zwei Fonds, 80 % davon für Innovation. Im Förderjahr 2025 wurden 246 Mio. CHF an 88 Gesuchstellende ausbezahlt. Berechtigt sind Unternehmen jeder Grösse mit Steuerpflicht im Kanton, nicht nur die Pharma.

Quellen: Standortförderungsgesetz Basel-Stadt (StaföG, Teilrevision 2025), Verordnung zum Standortförderungsgesetz (StaföV, SG 910.210, Stand 1. April 2026), Merkblätter „Innovation: Personalaufwand" und „Innovation: Dokumentation" des Amts für Wirtschaft und Arbeit vom 20. April 2026, Factsheet vom 10. September 2026.
⏱️
Nächstes Gesuchsfenster: Frühjahr 2027 für das Geschäftsjahr 2026Das Fenster 2026 lief vom 20. April bis 30. Juni. Für 2027 gilt das Geschäftsjahr 2026 als massgebend. Jetzt vorbereiten: F&E-Zeiterfassung für 2026 sauber führen, ordentliche Revision für 2026 beauftragen, Projektblätter für Kundenprojekte mit F&E-Anteil anlegen.

1Wer ist berechtigt?

Juristische Personen mit unbeschränkter Steuerpflicht in Basel-Stadt, oder mit beschränkter Steuerpflicht und einer F&E-Anlage im Kanton mit mindestens 100'000 CHF Abschreibung pro Jahr. „Ein Antrag lohnt sich für Unternehmen jeder Grösse", schreibt der Kanton selbst.

  • Innovationskriterium: F&E-Aufwand von mindestens 5 % der Gesamtaufwendungen im Dreijahresschnitt, oder Zugehörigkeit zu einem innovationsintensiven Wirtschaftszweig nach der Liste des Bundesamts für Statistik (NOGA-Code im UID-Register).
  • Ordentliche Revision der Jahresrechnung plus eine Bestätigung der Revisionsstelle zu den im Gesuch geltend gemachten Berechnungsgrundlagen. Die Bestätigung darf eine andere zugelassene Revisionsgesellschaft erstellen als die ordentliche Revision.
  • Arbeitsort: Gefördert wird Personalaufwand für Mitarbeitende mit vertraglichem und faktischem Arbeitsort zur Hauptsache in Basel-Stadt (volle Sätze) oder in der übrigen Nordwestschweiz, also Basel-Landschaft, Jura, Bezirke Rheinfelden, Laufenburg, Dorneck und Thierstein (10 %). Nachweis über Mietvertrag, Flächennachweis, ergänzend Homeoffice-Regelung.
  • Keine Doppelförderung derselben Kosten; die Beiträge sind mit dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen und der Eidgenössischen Steuerverwaltung als OECD-konform abgestimmt.

2Wie hoch ist der Beitrag?

Die Sätze sind nach der Höhe der Aufwendungen gestaffelt, nicht nach Unternehmensgrösse. Kleinere Unternehmen profitieren dadurch vom höchsten Satz.

FördergegenstandBasel-StadtÜbrige Nordwestschweiz / Schweiz
F&E-Personalaufwand25 % bis 5 Mio. CHF, 20 % von 5 bis 50 Mio., 5 % darüber; plus 3 Prozentpunkte bei angemeldetem oder erteiltem Patent10 % (Nordwestschweiz)
Abschreibungen auf F&E- und Hightech-Produktionsanlagen25 % bis 1 Mio. CHF, 20 % von 1 bis 5 Mio., 5 % darüber; plus 3 Prozentpunkte bei Patent10 % (übrige Schweiz)
Klinische Studien10 % des Sachaufwands für Studien in der Schweiz und die Herstellung der Wirkstoffe
FormDirekter Förderbeitrag aus dem Fonds für Innovation; bei Übernachfrage proportionale Kürzung durch das AWA, Kürzungssatz legt der Regierungsrat fest

Daneben fördert das Standortpaket Umweltmassnahmen (40 % der Investitionskosten in Basel-Stadt, 20 % in der übrigen Schweiz, Mindestbetrag 2'000 CHF), klimaberichtbasierte Reduktionen (30 CHF je Tonne CO₂-Äquivalent) und freiwillige Elternzeit (bis drei Wochen, 80 % des Lohns, maximal 220 CHF pro Tag).

Rechenbeispiel

Annahmen
Medtech-Unternehmen in Basel, F&E-Personalaufwand 1,2 Mio. CHF, davon 200'000 CHF für Personal in Basel-Landschaft; Abschreibungen auf Prüf- und Laboranlagen 300'000 CHF; ein Patent angemeldet
Rechnung
Personal Basel-Stadt 1'000'000 × 28 % = 280'000
Personal Nordwestschweiz 200'000 × 10 % = 20'000
Abschreibungen 300'000 × 28 % = 84'000
Beitrag pro Jahr (vor Kürzungsvorbehalt)
384'000 CHF
Verfügung bis Dezember, Auszahlung bis März des Folgejahres

3Was gehört ins Gesuch?

Das Basler Gesuch wird im ePortal des Kantons mit sechs Upload-Dokumenten eingereicht. Es verlangt die sauberste Buchhaltungsherleitung der drei Programme und eine inhaltliche Dokumentation nach den Frascati-Kriterien.

  1. Nachweis der F&E-Aufwendungen (Excel-Vorlage). Herleitung von der Jahresrechnung über Kostenarten und Kostenstellen bis zum förderfähigen Betrag, belegt mit Auszügen aus Buchhaltung oder ERP. Personalliste je Mitarbeitenden mit Personalnummer, Funktion, Arbeitsort, Pensum, förderfähigem Anteil, Personalaufwand und beantragtem Betrag. Abschreibungen je Anlage, klinische Studien mit Studiennamen.
  2. Beschreibung der Tätigkeiten. F&E-Bereiche, Projekte, Hochtechnologieproduktion. Alle fünf Frascati-Kriterien müssen gleichzeitig erfüllt sein: neuartig, schöpferisch, ungewiss, systematisch, übertragbar. Kundenprojekte ohne eigenes technisches Risiko gelten „in der Regel nicht" als F&E; enthaltene F&E-Anteile brauchen pro Projekt ein Projektblatt mit Hypothese, Unsicherheit, methodischem Vorgehen und Ergebnissen.
  3. Beschreibung der Zuordnung. Nach welchen Kriterien Personalaufwand und Abschreibungen der F&E zugeordnet wurden: Zeitanteile, Projekte, Kostenstellen. Umsatz- oder Gewinnschlüssel sind unzulässig.
  4. Nachweis der physischen Arbeitsplätze am Standort: Mietvertrag, Flächennachweis, Homeoffice-Regelung.
  5. Allgemeine Unterlagen: IBAN-Bestätigung, NOGA-Code aus dem UID-Register, ordentlich revidierte Jahresrechnung, Revisionsbestätigung zu den Berechnungsgrundlagen (nach Abschluss nachreichbar).
  6. Zusätzlich falls zutreffend: Nachweis der F&E-Quote über 5 %, Patentregisterauszug mit Erläuterung des Geschäftsbezugs, Verträge für klinische Studien, Steuerveranlagung bei beschränkter Steuerpflicht.

Das AWA prüft die Gesuche und kann bis fünf Jahre nach der Verfügung Stichprobenkontrollen vor Ort durchführen. Die Revisionsstelle bestätigt nach Prüfungsstandard 920 die Übereinstimmung der Zahlen mit der Buchhaltung und stichprobenweise den Arbeitsort; ob eine Tätigkeit F&E ist, verantwortet das Unternehmen. Planen Sie Zeit für die Registrierung im ePortal und die AGOV-Authentifizierung ein.

4Zeitplan und Fristen

WannWas
30. Juni 2026Gesuchsfenster 2026 (Geschäftsjahr 2025) geschlossen; Verfügungen bis Dezember 2026, Auszahlung bis März 2027
Frühjahr 2027Gesuchsfenster 2027 für das Geschäftsjahr 2026; der Kanton publiziert die Merkblätter des Gesuchsjahres vorab
JährlichGesuch je Geschäftsjahr, Webinare des AWA mit den Wirtschaftsverbänden zum Start des Fensters

5Typische Fehler

  • Zuordnung nach Umsatz- oder Gewinnanteil statt nach Zeit, Projekt oder Kostenstelle.
  • Kundenprojekte ohne Projektblatt als F&E deklariert; reines Customizing und IT-Dienstleistung erfüllen die Kriterien meist nicht.
  • Geschäftsleitung, Marketing, Vertrieb, Leiharbeit, externe Beratende oder konzernintern verrechnete Personalkosten mitgezählt.
  • Arbeitsort nicht plausibilisiert: Wer überwiegend im Homeoffice ausserhalb der Nordwestschweiz arbeitet, zählt nicht oder nur mit 10 %.
  • Revisionsbestätigung vergessen oder eingeschränkte statt ordentliche Revision.
  • F&E-Quote unter 5 % und kein innovationsintensiver NOGA-Code: dann fehlt die Berechtigung, unabhängig von der Qualität des Gesuchs.

6Häufige Fragen

Wir sind ein IT-Dienstleister mit Kundenprojekten. Haben wir eine Chance?
Nur mit Projektblättern. Das Merkblatt sagt ausdrücklich, dass Kundenprojekte ohne eigenes F&E-Risiko die Kriterien „in der Regel nicht" erfüllen, weil Ungewissheit und Übertragbarkeit fehlen. Enthaltene F&E-Anteile können zählen, wenn Hypothese, Unsicherheit, Methode und Ergebnis dokumentiert sind. Interne Produktentwicklung bis zur Marktreife ist förderfähig, wenn alle fünf Kriterien erfüllt sind.
Zählt die Zulassungsabteilung?
Ja, Basel fördert über Frascati hinaus auch Personalaufwand für Regulatory Affairs, Zulassung, Patente und Schutzrechte sowie Medical Affairs mit F&E-Bezug. Nicht gefördert sind Marktbearbeitung und Vertriebsunterstützung.
Unser Team arbeitet teils im Homeoffice in Baselland.
Massgebend ist der Ort, an dem die meiste Arbeitszeit verbracht wird. Wer vertraglich in Basel angestellt ist und zur Hauptsache dort arbeitet, zählt voll. Wer überwiegend im Homeoffice in Basel-Landschaft arbeitet, zählt mit 10 %. Die Aufwendungen sind getrennt nach Standort auszuweisen.
Wir haben kein Patent. Verlieren wir viel?
Drei Prozentpunkte. Der Zuschlag gilt für angemeldete oder erteilte Patente und vergleichbare Schutzrechte mit Bezug zur Geschäftstätigkeit; bei 1 Mio. CHF Personalaufwand sind das 30'000 CHF pro Jahr. Eine Anmeldung vor dem massgebenden Geschäftsjahr kann sich allein deshalb rechnen.
Wer darf das Gesuch einreichen?
Das Gesuch läuft über das ePortal des Kantons mit dem Login des Unternehmens. Wir bereiten Tätigkeitsbeschreibung, Projektblätter, Zuordnungsbeschreibung und die Excel-Herleitung mit Ihnen vor; Ihr Treuhänder liefert die Buchhaltungsauszüge und die Revisionsbestätigung. Ob und wie eine Vertretung im Portal hinterlegt werden kann, klären wir mit dem AWA.

Geschäftsjahr 2026 vorbereiten, Gesuch im Frühjahr 2027

Schicken Sie uns in drei Sätzen, was Ihr Unternehmen in Basel entwickelt und wie viele Personen daran arbeiten. Wir sagen Ihnen, welcher Beitrag realistisch ist und welche Nachweise Sie jetzt aufbauen sollten.

Vorhaben kostenlos prüfen lassen
Angaben ohne Gewähr, Stand 8. Oktober 2026. Quellen: StaföG und StaföV SG 910.210 (Stand 1.4.2026), Merkblätter des AWA „Innovation: Personalaufwand" und „Innovation: Dokumentation" vom 20.4.2026, Factsheet Basler Standortpaket vom 10.9.2026, Medienmitteilungen des Kantons vom 20.4.2026 und 22.9.2026, Webinar des AWA vom 27.6.2025. Massgebend sind Gesetz, Verordnung und die Verfügung des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Förder-Kompass, Fördermittelberatung mit Schwerpunkt Forschung und Entwicklung.

Förder-Kompass ist eine Fördermittelberatung mit Schwerpunkt Forschung und Entwicklung mit Sitz in Stockach. Als Navigator durch den deutschen Förderdschungel beraten wir kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups zu Förderprogrammen von Bund und Ländern – spezialisiert auf Forschungszulage, ZIM und Eurostars, von der Programmwahl über den Antrag bis zur Bewilligung. Die Antragsbegleitung ist erfolgsbasiert.

Seestr. 15c, 78333 Stockach, Baden-Württemberg, Deutschland
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag09:00 – 18:00
+49 7771-8988-861
Steve Kovacs (Förder-Kompass)
DE299573120