ZIM und Eurostars in der Praxis: 13 Fragen zu Zuschüssen für F&E-Projekte
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand und Eurostars sind die beiden Zuschussprogramme, mit denen wir am häufigsten arbeiten: ZIM für Projekte in Deutschland, Eurostars für Konsortien mit Partnern im Ausland. Hier die Antworten auf die Fragen, die uns Unternehmen und Hochschulen dazu stellen.
- Was ist ZIM und wer kann es beantragen?
- Wie hoch ist die ZIM-Förderung?
- Welche Projekte fördert ZIM?
- Was bedeutet der Antragsstopp für mein Vorhaben?
- Wie läuft ein ZIM-Kooperationsprojekt mit einer Hochschule?
- Wie läuft der ZIM-Antrag ab und wie lange dauert er?
- Welche Kosten sind bei ZIM zuwendungsfähig?
- Woran scheitern ZIM-Anträge?
- Was ist Eurostars und wer kann teilnehmen?
- Wie hoch ist die Eurostars-Förderung für deutsche und Schweizer Partner?
- Wie läuft ein Eurostars-Antrag ab?
- Welche weiteren Programme gibt es neben ZIM und Eurostars?
- Was kostet die Begleitung bei ZIM und Eurostars?
Was ist ZIM und wer kann es beantragen?
ZIM ist das themenoffene Zuschussprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für Forschungs- und Entwicklungsprojekte mittelständischer Unternehmen. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten, in Kooperationsprojekten mit KMU auch bis 1.000, sowie Forschungseinrichtungen als Partner.
Gefördert werden Einzelprojekte, Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen oder mit Forschungseinrichtungen, internationale Kooperationen, Durchführbarkeitsstudien und Innovationsnetzwerke. Voraussetzung ist eine Betriebsstätte in Deutschland. Zwei Projektträger teilen sich die Arbeit: die AiF Projekt GmbH für Kooperationsprojekte, die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH für Einzelprojekte, Durchführbarkeitsstudien und Netzwerke. Großunternehmen sind ausgeschlossen, können aber als nicht geförderte Partner mitwirken.
Wie hoch ist die ZIM-Förderung?
Im Einzelprojekt sind 25 bis 45 % von bis zu 690.000 Euro zuwendungsfähigen Kosten möglich, also maximal rund 310.000 Euro Zuschuss. Im Kooperationsprojekt erhalten Unternehmen 30 bis 60 % auf bis zu 560.000 Euro je Teilprojekt, Forschungseinrichtungen 100 % auf bis zu 280.000 Euro; das Gesamtprojekt ist auf 3 Mio. Euro Zuwendung begrenzt.
| Unternehmen | Einzelprojekt | Kooperation national | Kooperation mit Auslandspartner |
|---|---|---|---|
| Klein, strukturschwache Region | 45 % | 55 % | 60 % |
| Klein und jung (unter 10 Jahre) | 45 % | 50 % | 60 % |
| Klein (unter 50 Beschäftigte) | 40 % | 45 % | 55 % |
| Mittel (unter 250) | 35 % | 40 % | 50 % |
| Weitere mittelständische (unter 500 bzw. 1.000) | 25 % | 30 % | 40 % |
| Forschungseinrichtung | – | 100 % | 100 % |
Durchführbarkeitsstudien werden als De-minimis-Beihilfe mit 50 bis 70 % auf bis zu 125.000 Euro (ein Unternehmen) oder 250.000 Euro (Kooperation) gefördert, Laufzeit höchstens zwölf Monate. Die Sätze gelten seit der ZIM-Richtlinie vom 1. Januar 2025. Orientierungswert in zwei Minuten: ZIM-Rechner.
Welche Projekte fördert ZIM?
ZIM ist technologie- und branchenoffen: Maschinenbau, Software und KI, Medizintechnik, Materialien, Biotechnologie und mehr. Entscheidend sind ein konkretes technisches Risiko, ein erkennbarer Abstand zum Stand der Technik und eine plausible Verwertung nach Projektende.
Der Projektträger erwartet technische Risiken als konkrete technische Probleme, nicht als allgemeine oder konzeptionelle Unsicherheiten. Reine Anpassungsentwicklungen, Marktforschung oder der Aufbau einer Produktion sind nicht förderfähig. Die maximale Laufzeit beträgt 36 Monate, typisch sind 18 bis 24. In unseren Projekten hat sich bewährt, den Stand der Technik mit Patenten und Wettbewerbsprodukten zu belegen und jedes Arbeitspaket einem benannten Risiko zuzuordnen. Schnelltest: ZIM-Fördercheck.
Was bedeutet der Antragsstopp für mein Vorhaben?
Seit dem 7. Juli 2026, 12:00 Uhr, nimmt das BMWE keine neuen ZIM-Anträge und Projektskizzen an, für alle Projektformen; ausgenommen sind nur Anträge mit internationalen Partnern in offenen bilateralen und multilateralen Ausschreibungen. Die Aufhebung wird für Anfang 2027 angestrebt und hängt von den Mitteln ab, die der Bundeshaushalt 2027 für das ZIM vorsieht.
Warum der Stopp kam. Das Ministerium begründet ihn damit, dass die Nachfrage nach ZIM-Förderung seit dem vierten Quartal 2025 erheblich gestiegen ist und die verfügbaren Haushaltsmittel des laufenden Jahres nicht ausreichen; es spricht von „steuernden Maßnahmen". Bereits eingereichte Anträge werden weiter geprüft und bewilligt, soweit sie die Förderbedingungen erfüllen und Mittel vorhanden sind. Auszahlungen für bewilligte Projekte laufen unverändert. Für Innovationsnetzwerke ist die Fristenregel zur zweiten Förderphase ausgesetzt.
Wann es wahrscheinlich weitergeht. Das Bundeskabinett hat den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 am 6. Juli 2026 beschlossen, einen Tag vor dem Antragsstopp; der Bundestag soll den Haushalt Ende November 2026 verabschieden. Erst dann steht fest, wie viel Geld das ZIM 2027 bekommt, und erst dann kann das BMWE die Antragsannahme wieder öffnen. „Anfang 2027" ist deshalb die realistische Erwartung, kein Versprechen; die Projektträger AiF Projekt GmbH und VDI/VDE Innovation + Technik haben bisher keinen konkreten Termin genannt. Wir verfolgen die Meldungen von zim.de und den Projektträgern und informieren unsere Kunden am Tag der Wiederöffnung.
Was der letzte Stopp lehrt. Schon einmal wurde die Antragsannahme aus demselben Grund ausgesetzt: vom 7. Oktober 2021 bis zum 3. August 2022, also knapp zehn Monate. Bei der Wiederöffnung galten neue Regeln: Unternehmen konnten frühestens 24 Monate nach ihrer letzten Bewilligung wieder beantragen, Laufzeitverlängerungen und Mittelverschiebungen wurden eingeschränkt, um die Folgejahre nicht zu überlasten. Drei Dinge daraus sind für die aktuelle Lage wichtig: Die Pause kann länger dauern als angekündigt, die Wiederöffnung bringt oft strengere Bedingungen mit, und am ersten Tag stauen sich die Anträge, die in der Pause vorbereitet wurden.
Was das für Ihr Vorhaben heißt. Ein ZIM-Antrag braucht auch ohne Stopp Zeit: Partnersuche und Konsortialabstimmung bei Kooperationsprojekten, die Beschreibung von Stand der Technik und technischen Risiken, Arbeitspakete, Finanzplan. Wer jetzt beginnt, verliert nichts, sondern steht bei der Wiederöffnung mit einem fertigen Antrag am Anfang der Schlange. Parallel sichern wir laufende Entwicklungsarbeit über die Forschungszulage ab, die keinen Antragsstopp kennt, und prüfen, ob eine der internationalen Ausschreibungen (ZIM-International mit Frankreich, Schweden oder Taiwan, IraSME, Eurostars) zum Vorhaben passt, denn die laufen weiter. Im Erstgespräch klären wir, welcher Weg für Sie der schnellste ist.
Quellen: Mitteilung des BMWE auf zim.de und der AiF Projekt GmbH vom 7. Juli 2026; Bundestag hib 553/2026 (Kabinettsbeschluss Haushalt 2027, 6. Juli 2026); Bundestag hib 443/2022 (Wiederaufnahme ZIM am 3. August 2022 mit neuen Regeln); zim.de, Meldung vom 6. Oktober 2021 (Aussetzung ab 7. Oktober 2021).
Wie läuft ein ZIM-Kooperationsprojekt mit einer Hochschule?
Mindestens ein Unternehmen und eine Forschungseinrichtung (Universität, HAW, Duale Hochschule oder außeruniversitäres Institut) bearbeiten gemeinsam ein F&E-Vorhaben mit eigenen Teilprojekten. Die Forschungseinrichtung erhält 100 % ihrer zuwendungsfähigen Kosten bis 280.000 Euro, das Unternehmen 30 bis 60 % auf bis zu 560.000 Euro.
Das Unternehmen bringt Marktnähe und Verwertung ein, die Hochschule Methodik und wissenschaftliche Tiefe. Beide schließen einen Kooperationsvertrag, der Arbeitsteilung, Rechte an den Ergebnissen und Veröffentlichungen regelt; der Projektträger will ihn vor der Bewilligung sehen. Wir koordinieren beide Seiten von der Partnersuche über die Abstimmung der Teilprojekte bis zum Bescheid. Für die Hochschule entstehen dabei keine Kosten; unser Honorar trägt allein der Unternehmenspartner, erfolgsbasiert. Hochschulen, die einen Industriepartner suchen, nutzen unser Partnersuche-Formular.
Wie läuft der ZIM-Antrag ab und wie lange dauert er?
Der Antrag wird volldigital über das Portal der Förderzentrale Deutschland beim zuständigen Projektträger eingereicht, vor Projektbeginn und außerhalb des Antragsstopps fortlaufend ohne Stichtag. Von der Einreichung bis zum Bescheid vergehen in der Regel rund drei Monate.
- Vorbereitung: zwei bis sechs Wochen, je nach Projektreife; bei Kooperationen kommt die Partnersuche hinzu.
- Antragsinhalt: Basisdaten, Finanzplanung und Projektbeschreibung mit Stand der Technik, technischen Risiken, Arbeitspaketen, Verwertungsplan.
- Begutachtung durch den Projektträger, bei Bedarf mit Rückfragen, die wir mit Ihnen beantworten.
- Zuwendungsbescheid, Projektstart, Zwischen- und Verwendungsnachweise während der Laufzeit.
Schritt für Schritt mit allen Dokumenten: ZIM-Antrag Checkliste.
Welche Kosten sind bei ZIM zuwendungsfähig?
Personalkosten der am Projekt arbeitenden Beschäftigten, Aufträge an Dritte für F&E-Leistungen, projektbezogene Materialkosten und Abschreibungen auf Anlagen sowie eine Pauschale für übrige Kosten. Der Zuschuss wird auf die Summe dieser Kosten mit dem jeweiligen Fördersatz berechnet.
Die Personalkosten sind der größte Posten und werden je Person mit Stundensätzen aus den tatsächlichen Jahresbruttogehältern geplant; die Richtlinie deckelt den anrechenbaren Jahresbetrag je Person. Aufträge an Dritte und externe Beratung sind nur anteilig zu den Personalkosten zulässig. Eine Beratungsleistung zur Antragstellung wie unsere ist nicht zuwendungsfähig und gehört nicht in den Finanzplan. Den Rechenweg zeigt der ZIM-Rechner.
Woran scheitern ZIM-Anträge?
An drei Stellen: Das technische Risiko ist nur behauptet statt konkret beschrieben, der Stand der Technik ist nicht belegt, oder die Verwertung bleibt ohne Marktzahlen und Zeitplan. Ein vierter Grund ist eine zu akademische Sprache, die den unternehmerischen Nutzen nicht sichtbar macht.
Wir formulieren Anträge aus Sicht des Unternehmens: Welches technische Problem ist heute ungelöst, warum ist der Ausgang offen, welche Arbeitspakete lösen es, und was passiert nach Projektende mit dem Ergebnis. Dazu kommen ein realistischer Finanzplan und eine Projektplanung, die ein Gutachter nachrechnen kann. Quoten nennen wir bewusst nicht; die Bewilligung hängt von Ihrem Vorhaben ab, nicht von einer Statistik.
Was ist Eurostars und wer kann teilnehmen?
Eurostars-3 ist das gemeinsame Programm der EUREKA-Initiative und der EU für marktnahe F&E-Projekte innovativer KMU, finanziert im Rahmen von Horizon Europe (2021 bis 2027). Teilnehmen können Konsortien aus mindestens zwei unabhängigen Partnern aus mindestens zwei der 37 Eurostars-Länder, geführt von einem KMU.
Das koordinierende KMU muss forschungstreibend sein, und die KMU des Konsortiums müssen zusammen mindestens die Hälfte des Budgets tragen. Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Großunternehmen können als Partner dabei sein. Zwei Einreichungsstichtage pro Jahr, typischerweise März und September. Bewertet wird zentral durch unabhängige Expertinnen und Experten, gefördert wird national: in Deutschland durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über den Projektträger DLR, in der Schweiz durch Innosuisse.
Wie hoch ist die Eurostars-Förderung für deutsche und Schweizer Partner?
Deutsche KMU erhalten bis zu 60 % ihrer zuwendungsfähigen Kosten als Zuschuss, alle deutschen Partner eines Projekts zusammen bis zu 500.000 Euro; deutsche Forschungseinrichtungen bis zu 100 % ihrer projektbezogenen Mehrkosten. Schweizer KMU erhalten über Innosuisse 50 % ihrer Kosten, Schweizer Forschungsinstitutionen 50 %, Großunternehmen 25 %.
| Partner | Deutschland (BMFTR/DLR) | Schweiz (Innosuisse) |
|---|---|---|
| KMU | bis 60 % | 50 % |
| Forschungseinrichtung | bis 100 % der Mehrkosten | 50 % |
| Großunternehmen | nicht gefördert | 25 % |
| Obergrenze | 500.000 Euro für alle deutschen Partner zusammen | nach Innosuisse-Bedingungen |
| Laufzeit | höchstens 36 Monate; empfohlene Gesamtkosten 1 bis 3 Mio. Euro | |
Jedes Land fördert seine eigenen Partner nach nationalen Regeln; deshalb lohnt sich bei der Konsortialbildung ein Blick darauf, in welchem Land welcher Partner welchen Satz bekommt. Unsere Eurostars-Projekte verbinden häufig deutsche und Schweizer Partner.
Wie läuft ein Eurostars-Antrag ab?
Konsortium bilden, gemeinsamen Projektantrag mit Marktanalyse, technischem Konzept und Verwertungsplan schreiben, zum Stichtag beim EUREKA-Sekretariat einreichen. Nach der internationalen Bewertung folgt die nationale Förderzusage für jeden Partner, in Deutschland durch BMFTR und DLR.
- Vorlauf: drei bis vier Monate vor dem Stichtag beginnen, die Abstimmung zwischen den Partnern dauert länger als das Schreiben.
- Rollen: ein KMU koordiniert; jede Partnerrolle muss im Antrag begründet sein, unklare Rollenverteilung ist ein häufiger Ablehnungsgrund.
- Markt: die Gutachter erwarten einen Verwertungsplan mit Markteintritt innerhalb von etwa zwei Jahren nach Projektende.
- Nach der Zusage: Konsortialvertrag, nationale Bewilligung, Berichterstattung an den jeweiligen Projektträger.
Wir begleiten vom Pre-Proposal-Check über die Partnersuche in den EUREKA-Netzwerken bis zum nationalen Zuwendungsbescheid. Mehr: Eurostars-Förderung.
Welche weiteren Programme gibt es neben ZIM und Eurostars?
Für internationale Vorhaben: ZIM-International mit bilateralen Ausschreibungen (etwa mit Frankreich, Schweden, Taiwan), das transnationale KMU-Netzwerk IraSME, EUREKA-Cluster und der EIC Accelerator für Deep-Tech. National ergänzen Landesprogramme wie Innovationsgutscheine und regionale F&E-Zuschüsse sowie die Forschungszulage als steuerliches Instrument.
Die bilateralen ZIM-Ausschreibungen laufen auch während des Antragsstopps weiter und werden meist jährlich wiederholt; deutsche Anteile werden mit bis zu 60 % gefördert, die ausländischen Partner von ihrer nationalen Agentur. Welche Ausschreibung zu Ihrem Partnerland und Zeitplan passt, klären wir im Fördermittelcheck. Den Überblick über alle Programme von Bund und Ländern bietet der Förderprogramm-Finder.
Was kostet die Begleitung bei ZIM und Eurostars?
Erstgespräch und Fördercheck sind kostenlos. Die Antragsbegleitung ist erfolgsbasiert: 15 % des bewilligten Zuschusses zuzüglich Umsatzsteuer, fällig nach dem Zuwendungsbescheid. Wird der Antrag abgelehnt, entsteht kein Honorar.
Das Honorar ist nicht Teil der Projektkosten und wird nicht mitgefördert; das verlangen die Fördergeber ausdrücklich. Bei Kooperationen mit Hochschulen trägt allein der Unternehmenspartner das Honorar. Der Satz liegt über dem der Forschungszulage (10 %), weil ein Zuschussantrag deutlich umfangreicher ist: bis zu 100 Seiten mit Finanzplan, Arbeitspaketen und Verwertung statt eines Formulars mit begrenzter Zeichenzahl. Alle Fragen zu Honorar und Ablauf: FAQ zu Förder-Kompass.
Ist Ihr Projekt ein Fall für ZIM oder Eurostars?
Drei Sätze zu Vorhaben, Partnern und Zeitplan genügen. Wir melden uns mit einer Einschätzung, welches Programm passt und wann der Antrag möglich ist.
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