Forschungszulage, ZIM, Eurostars oder kantonaler Beitrag: Welches Programm passt zu welchem Projekt?
Vier Instrumente für Forschung und Entwicklung, vier Logiken: steuerliche Zulage, nationaler Zuschuss, internationaler Zuschuss, kantonaler Beitrag in der Schweiz. Hier die Unterschiede, die Kombinationsregeln und unsere Erfahrung, wann sich welches lohnt.
Forschungszulage oder ZIM: Was passt zu meinem Projekt?
ZIM ist ein Zuschuss vor Projektbeginn mit Begutachtung und bis zu 45 % im Einzelprojekt beziehungsweise 60 % im Kooperationsprojekt; die Forschungszulage ist ein Rechtsanspruch ohne Frist, der 25 % oder für KMU 35 % der F&E-Personalkosten rückwirkend auf die Steuer anrechnet. ZIM passt zu abgegrenzten Einzelprojekten mit hohem Zuschussbedarf, die Forschungszulage zu laufender Entwicklungsarbeit.
| Forschungszulage | ZIM | |
|---|---|---|
| Art | Steuerliche Anrechnung, Auszahlung bei Überhang | Direkter Zuschuss |
| Satz | 25 %, KMU 35 %; ab 2026 plus 20 % Gemeinkostenpauschale, effektiv bis 42 % der Personalkosten; Auftragsforschung 70 % × 25 bzw. 35 % | 25 bis 45 % Einzelprojekt, 30 bis 60 % Kooperationsprojekt (ZIM-Richtlinie 2025) |
| Obergrenze | Bemessungsgrundlage 12 Mio. Euro pro Jahr | 690.000 Euro Kosten je Einzelprojekt, 3 Mio. Euro je Kooperationsprojekt |
| Zeitpunkt | Rückwirkend bis vier Jahre, auch für laufende und künftige Vorhaben | Vor Projektbeginn |
| Prüfung | Bescheinigungsstelle prüft Frascati-Kriterien, Finanzamt die Kosten | Projektträger begutachtet Neuheit, Risiko, Markt, Verwertung |
| Antrag | Formular mit begrenzter Zeichenzahl | Bis zu 100 Seiten mit Anlagen |
| Status 2026 | laufend | Antragsstopp seit 7. Juli 2026, Wiederaufnahme voraussichtlich Anfang 2027, internationale Ausschreibungen ausgenommen |
Aus unseren Kundenprojekten: Die Fördersummen bei ZIM sind oft höher, die Anforderungen an die Abgrenzung zum Stand der Technik aber deutlich strenger. Bei der Forschungszulage genügt es häufig, dass im Vorhaben neue Erkenntnisse gewonnen werden und eine Weiterentwicklung gegenüber dem bestehenden Wissensstand erfolgt. Mit Forschungspartnern wie Hochschulen ist ZIM meist der bessere Weg. Deshalb liegt unser Erfolgshonorar bei ZIM bei 15 % der bewilligten Summe, bei der Forschungszulage bei 10 % der vom Finanzamt festgesetzten Zulage. Quick-Check: Forschungszulage oder ZIM?
Forschungszulage oder Eurostars: Was passt zu einem internationalen F&E-Projekt?
Eurostars fördert Verbundprojekte von KMU aus mindestens zwei Ländern mit Zuschuss im Wettbewerb; deutsche Partner erhalten bis zu 500.000 Euro zusammen, Schweizer KMU 50 % ihrer Kosten über Innosuisse. Die Forschungszulage kennt kein internationales Pendant und fördert nur den deutschen Teil der Arbeit.
Für internationale Vorhaben prüfen wir Eurostars, ZIM mit internationalem Kontext und Horizon Europe. Entscheidend sind die beteiligten Länder, die Rollen der Partner und die Projektstruktur: Eurostars verlangt ein KMU als Koordinator, einen KMU-Anteil von mindestens 50 % am Budget und einen Partner aus einem EU-Land. Zwei Ausschreibungen pro Jahr, Bewertung durch unabhängige Experten, deshalb Vorlaufzeit von drei bis vier Monaten einplanen. Wir begleiten bereits Konsortien mit Schweizer KMU und Hochschulen. Mehr: Eurostars-Förderung.
Kann ich Forschungszulage und ZIM gleichzeitig beantragen?
Ja, aber nicht für dieselben Kosten im selben Zeitraum: Der Arbeitsmonat einer Entwicklerin darf nicht in beiden Programmen abgerechnet werden. Unterschiedliche Vorhaben oder zeitlich getrennte Phasen desselben Themas können über unterschiedliche Programme laufen.
In der Praxis trennen wir sauber nach Vorhaben: Das ZIM-Projekt mit seinen Arbeitspaketen läuft über den Zuschuss, die übrige Entwicklungsarbeit des Teams über die Forschungszulage. Die Stundenaufzeichnungen müssen die Zuordnung eindeutig zeigen. Während des ZIM-Antragsstopps lohnt es sich besonders, laufende Entwicklungsarbeit über die Forschungszulage abzusichern und den Zuschuss für das nächste abgegrenzte Projekt vorzubereiten.
Was ändert sich 2026 bei der Forschungszulage?
Für Vorhaben, die ab dem 1. Januar 2026 beginnen, kommen 20 % Gemeinkostenpauschale auf die Personalkosten hinzu, und die Bemessungsgrundlage steigt auf 12 Mio. Euro pro Jahr. Die Sätze bleiben bei 25 % und 35 % für KMU.
Die Pauschale gilt nur für neue Vorhaben. Ein Vorhaben, das 2024 begonnen hat und bis 2027 läuft, bekommt sie nicht nachträglich. Deshalb prüfen wir mit Kunden, ob sich Entwicklungsarbeiten fachlich sauber in zwei eigenständige Vorhaben teilen lassen. Eigenleistungen von Einzelunternehmern und Gesellschaftern werden mit 100 Euro je Stunde angesetzt. Die Verwaltungsauslegung im BMF-Schreiben steht noch aus; wir legen das Gesetz zugrunde.
Wie passen die neuen kantonalen Beiträge der Schweiz ins Bild?
Zug, Basel-Stadt und Luzern zahlen seit 2026 direkte Beiträge auf den F&E-Aufwand von Unternehmen jeder Grösse, 25 bis 34 % der Lohnsumme, rückwirkend je Geschäftsjahr und ohne Gutachter. Sie sind das Schweizer Gegenstück zur Forschungszulage, nicht zu ZIM.
| Merkmal | Forschungszulage (DE) | Kantonale Beiträge (CH) |
|---|---|---|
| Anspruch | Rechtsanspruch | Anspruch im Rahmen des Budgets, anteilige Kürzung möglich |
| Prüfung | Bescheinigungsstelle mit Gutachtern | Verwaltung nach Aktenlage, Stichproben bis fünf Jahre (Basel) |
| Nachweis | Stundenzettel je Vorhaben, Steuererklärung | Ordentlich revidierte Jahresrechnung, Zeitschlüssel, Revisionsbestätigung |
| Beschreibung | Vorhabensbeschreibung mit Arbeitsplan | Kurz (Zug) bis Arbeitsblatt je Tätigkeit (Luzern) |
| Frist | keine | jährlich, verwirkend |
Unternehmen mit Einheiten in beiden Ländern nutzen beides, jeweils für den Aufwand, der dort steuerlich anfällt. Für gemeinsame Projekte kommt Eurostars hinzu. Übersicht: Innovationsförderung Schweiz, Fragen und Antworten: Schweizer KMU fragen.
Wie entscheiden wir im Erstgespräch, welches Programm passt?
Nach vier Fragen: Ist das Vorhaben abgegrenzt oder laufende Entwicklung? Gibt es Partner, und in welchen Ländern? Wie hoch sind steuerbarer Gewinn und Liquiditätsbedarf? Wann soll es losgehen? Daraus ergibt sich in den meisten Fällen eine klare Reihenfolge der Instrumente.
- Laufende Entwicklungsarbeit im eigenen Team, Deutschland: Forschungszulage, auch rückwirkend.
- Abgegrenztes Projekt mit Hochschule oder Partner, Zuschuss gewünscht: ZIM, sobald die Antragstellung wieder offen ist.
- Partner im Ausland, KMU-geführt: Eurostars, Vorlauf für die Ausschreibung einplanen.
- Schweizer Einheit mit F&E-Personal in Zug, Basel-Stadt oder Luzern: kantonaler Beitrag, Frist beachten.
Wir rechnen die Varianten durch und sagen auch, wenn sich ein Antrag nicht lohnt. Unser Honorar ist in allen Programmen erfolgsbasiert.
Welches Programm passt zu Ihrem Vorhaben?
Drei Sätze zu Ihrem Projekt genügen. Wir melden uns mit einer Einschätzung, welche Programme in Frage kommen und in welcher Reihenfolge.
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